Freitag, 4. Februar 2011

Kulturfahrt "Weiser, Weiße, Weis"


Sicher ließen sich recht geistreiche Bemerkungen schmieden, wie sehr doch das aktuelle Weltgeschehen auf eindrucksvolle Weise dem alten Lessing recht gibt und die zeitlose Gültigkeit seiner Themen im "Nathan, der Weise" unterstreicht. Jedoch, diese Parallelen soll gefälligst jeder für sich selber zeichnen. "Selbst denken", schreibt uns ja auch der Manfred ins Stammbuch.

So schickt sich Exo 200 für die Kulturfahrt "Weiser, Weiße, Weis" nach Salzburg am Samstag, 12. Februar 2011.

Dem fortschreitenden Alter der Exen entsprechend besuchen wir das Schauspiel "Nathan, der Weise" im Salzburger Landestheater in der Seniorenvorstellung. Autor Gotthold Ephraim Lessing 1779, Inszenierung Tim Kramer 2010/11.

Hintnach eröffnen wir eine neue Session der Reihe "Wir sind eh auch Schauspieler", wiederum im Theaterkeller zu Salzburg. Am Exo-Tisch erneut zu Gast: Sascha Oskar Weis, der im Nathan den Sultan Saladin mimt, und erstmals an unserem Tisch: Heiko Voss, der im Nathan den Dramaturgen gibt.

An- und abschließend besprechen wir die ewigen Lehren aus dem Schauspiel wie die aktuellen Probleme der Weltpolitik mutmaßlich im Wirtshaus "Die Weiße" in der Rupertgasse. Link.

Für zwischendurch (in Arbeit): ein kulturwissenschaftlicher Streifzug durch das spätabendliche Salzburg (angefragt: mit Thomas Weidenholzer, der einst vom Inn an die Salzach zog und im Archiv der Stadt Salzburg sein Wirken entfaltet).

5 Kommentare:

  1. Tempelherr: [...] Aber Rechas Bruder? Rechas Bruder...
    Nathan: Seid Ihr!
    Tempelherr: Ich? Ich ihr Bruder?
    Recha: Er mein Bruder?
    Sittah: Geschwister!
    Saladin: Sie Geschwister!
    Recha: Ah! Mein Bruder!
    Tempelherr: Ihr Bruder!
    [...]
    Unter stummer Wiederholung allseitiger Umarmung fällt der Vorhang.

    Gotthold Ephraim Lessing. Nathan der Weise. 1779.

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  2. [...] Alle Menschen werden Brüder [...]

    Friedrich Schiller. Ode an die Freude (späte Fassung). 1808.

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  3. [...] denn all die [...], die gerne bei uns bleiben würden, aber leider nicht durften, die adoptier ich einfach [...]. Die wählen ihren Vater dann direkt ins Kanzleramt, und vom Kindergeld gibt´s Urlaub für alle in Amsterdam. Und dann ist Frieden weltweit [...]. Und keiner muss mehr klauen, weil man unter Brüdern teilt und sowieso alles in der Familie bleibt. Aber hey: Finger weg von deiner Schwester!"

    Blumentopf. Fuck The System. 1999.

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  4. nicht zu vergessen, das dem Zillner´schen Dachboden entsprungene Bühnenbild und das ebendort kultivierte Hantieren mit Sesseln!

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  5. In den 1930er Jahren war es, als das Gleichnis von den drei Glaubensgemeinschaften des Christentums, des Judentums und des Islam am Oberen Tanzboden des heutigen Gasthauses Zillner durch die drei Zechkameradschaften der Großen Hundinger, der Kleinen Hundinger und der Berghamer seine alltagskulturelle Interpretation fand.

    Unvergessen in Zeiten der Konfrontation die Worte der Versöhnung (2. Aufzug, 5. Auftritt):

    "Kommt, wir müssen, müssen Freunde sein! Verachtet meine Zeche sosehr Ihr wollt. Wir haben beide uns unsere Zeche nicht auserlesen. Sind Wir unsere Zeche? Was heißt den Zeche? Sind Großhundinger und Kleinhundinger eher Großhundinger und Kleinhundinger - als Mensch?"

    (Unter stummer Wiederholung allseitigen Sesselraufens fällt der Vorhang.)

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